Bodo Deletz

Seminar-Leiter und Autor der Ella Kensington Bücher

Ich beschäftige mich nunmehr seit 29 Jahren mit mentalen Techniken und dem Glück. Angefangen habe ich mit autogenem Training und Selbsthypnose, was ich zunächst anwendete, um meine sportlichen Leistungen zu steigern. Nach einigen Jahren fiel ich in meinem Verein damit auf, dass meine Leistungen sich schneller steigerten, als das durch normales Training möglich gewesen wäre. Ich übernahm kurz darauf die Rolle des Mentaltrainers in unserem Verein und beschäftigte mich viel mit Meditation und Hypnose.

Vor 24 Jahren stieß ich dann auf NLP. Nachdem ich 10 Jahre lang therapeutisch mit NLP gearbeitet hatte, merkte ich, dass meine Therapie zwar Unglück reduzieren konnte, aber nicht wirklich glücklicher machte. Meine Klienten waren zunächst nach der Lösung ihrer Probleme für einige Wochen mächtig gut drauf, doch danach war alles wieder beim Alten. Sie waren tatsächlich durch meine Arbeit in ihrem alltäglichen Glücksempfinden nicht glücklicher geworden. Sie hatten einfach nur ein Problem weniger.

Zähneknirschend musste ich mir selbst eingestehen, dass es bei mir nicht anders aussah. Ich hatte unzählige problematische Muster in meinem Verhalten und meinen Gefühlen verändert. Auch hatte ich viele belastende Lebensüberzeugungen abgelegt. Dennoch war ich nicht wirklich glücklicher geworden. Ich hatte nur weniger Probleme, fühlte in meinem Alltag jedoch in erster Linie neutrale und keine glücklichen Gefühle.

Als ich anfing, mich für Neurobiologie zu interessieren, fand ich die Erklärung für dieses seltsame Phänomen: Glück ist nicht das Gegenteil von Unglück, wie der Neurobiologe Antonio Damasio wissenschaftlich eindeutig belegen konnte. Das menschliche Gehirn verfügt über zwei verschiedene neuronale Systeme für Glück und Unglück. Diese beiden Systeme sind immer gleichzeitig aktiv, sodass wir gleichzeitig Glück und Unglück empfinden. Mal überwiegt das Glück und mal das Leid, je nachdem, welches der beiden Systeme gerade aktiver ist.
Was ich in meiner therapeutischen Arbeit bis dahin gemacht hatte, bezog sich immer auf das Unglückssystem. Hier bewirkte ich eine vorübergehende Reduzierung der Aktivität. Vorübergehend deshalb, weil schon bald das nächste Problem auftauchte, welches das Unglückssystem wieder stärker aktivierte. Das Glückssystem wurde durch meine therapeutische Arbeit jedoch nur gelegentlich und mehr aus Zufall in seiner Aktivität angeregt.

Für mich persönlich war die Steigerung meines alltäglichen Glücksempfindens jedoch sehr viel bedeutender geworden als die Reduzierung meines Unglücks. Hierfür hatte ich viele Jahre lang schon genug getan. Daher zog es mich zu neuen Ufern. Ich hängte meine berufliche Karriere als Therapeut an den Nagel und fing an, etwas völlig Neues zu entwickeln.

Ich wurde Glückstrainer.


 
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