Liebe Anja!
Im Moment hast Du das Ziel eingenommen, alles schaffen zu müssen und alles perfekt hinzubekommen. Dieses Ziel hat die höchste Priorität. Damit ist es permanent wichtiger als sich glücklich zu fühlen.
Dadurch lenkt man seine Wahrnehmung auf den Arbeits-Stress anstatt auf das Schöne, was man im Alltag erleben könnte.
Denn man meint, erst dann, wenn man alles geschafft hat, kann man so richtig glücklich sein.
Natürlich hast Du wichtige Gründe dafür, stark zu sein und alles zu schaffen. Es könnte z.B. sein, dass Du Dich für alle gleichzeitig verantwortlich fühlst oder aber auch, dass Du alles gut hinbekommen musst, um eine gute Mutter, eine gute Ehefrau zu sein...keine Fehler zu machen, damit keiner mit Dir unzufrieden ist. Schließlich haben wir das ja so gelernt
Am besten man lehnt sich dann noch selbst ab, so lange bis man wieder so ist, wie man sich haben möchte....
Höchste Zeit aus so einem Kreislauf auszusteigen, findest Du nicht?
Wenn man viel zu tun hat, braucht man doch auch viel Energie um diese Aufgaben zu erledigen, oder?
Meinst Du, man hat mehr Kraft, wenn man sich gestresst fühlt oder wenn man sich gut fühlt?
An der Stelle fällt mir übrigens ein, dass echt viele Leute denken, mit guten Gefühlen würden sie ihre Arbeit nicht mehr machen.
Das stimmt aber nicht. Denn auch mit glücklichen Gefühlen macht man noch seine Arbeit- nur halt mit mehr Spass, Elan und Effektivität.
Liebe Anja, wir zwei machen jetzt ein Gedankenexperiment:
Denk doch bitte mal an all Deine Freunde, Deine Bekannten, Nachbarn und selbstverständlich an Deine Familie! Du weißt, dass jeder einzelne von ihnen Dich mag oder liebt, gell?
Stell Dir vor, dass Dich jetzt gleichzeitig alle auf einmal lieben! Wow! Das ist doch gigantisch!
Und das beste daran ist, es ist die Wahrheit! Jeden einzelnen von ihnen könnte ich anrufen und fragen, wie er zu Dir empfindet. "Selbstverständlich ist mir die Anja total wichtig! Natürlich lieb ich sie...."
Schön, gell?
Jetzt legst Du Dich auf einen Liegestuhl und bekommst noch zwei zuverlässige Beschützer, die den Job haben, dafür zu sorgen, Dich und Deine Liebsten zu beschützen
Angenehm, gell?
Jetzt klebe ich Dich heimlich auf Deinen Liegestuhl, so dass Du für ca. 10 Minuten nichts machen kannst, ausser die Sonne und Deine Liebsten zu genießen.
Würden Deine Freunde Dich immer noch mögen? Auch dann, wenn Du mal nichts machst? Würde das Büro Deines Mannes im Boden versinken? Wer würde sich gerne um die Zwillinge kümmern? Oma und Opa? Freunde oder die Nachbarn? Selbst die Zwillinge haben schon ein eigenes Rudel und auch für sie gelten Gesetze, damit sie beschützt sind.
Genauso wie die Kinder, sind Dein Mann und Dein Chef eingegliedert in eine Gesellschaft, in der man Aushilfskräfte, Freunde und Familie hat. Da muss man nicht mehr alles alleine schaffen!
Ein guter Zeitpunkt, um sich einmal mit Deinem Mann auszutauschen. Liebt er Dich eigentlich für das, was Du bist, oder für das, was Du tust? Na klar, weil Du Du bist. Ich schätze, das ist bei Deinen Freunden so ähnlich.
Darauf könntest Du doch Dein Leben ausrichten.
Die letzten Minuten auf Deinem Liegestuhl kannst Du ja mal überlegen wie Dein Leben aussehen würde, wenn Du Dir zum Ziel setzten würdest, mit glücklichen Gefühlen durch Deinen Alltag zu wandern?
Wie viel effektiver wärest Du bei Deiner Arbeit? Und wie viele Pausen wären dadurch möglich? Wie viel kreativer wärest Du bei Deiner Hausarbeit? Was würdest Du damit Deinen Kindern vorleben?
Im Camp lernt man ja ständig Glücksvarianten. Zum Beispiel mochte ich früher staubsaugen nicht besonders- aber jetzt weiß ich, dass der Glücksmoment dabei ist, so laut singen zu können, dass ich den Staubsauger nicht mehr höre! (Das und vieles mehr lernt man in Bungalow 20.)
Das wichtigste dabei ist natürlich Deine Motivation- sie bestimmt, worauf Du achtest. Mit einer Glücksmotivation fallen einem natürlich viel mehr Glücksmöglichkeiten auf
Setze also ruhig wieder das Glücklichsein an die erste Stelle. Das hat ja nur Vorteile.
Dabei kannst Du Dich auch selbst motivieren, indem Du Dir z.B. einen Erinnerungszettel für glückliche Gefühle ins Bad hängst.
Übrigens kannst Du auch mit den Kindern Glücksübungen machen, ihnen Glücksgeschichten erzählen.....
Viel Spass beim Ausprobieren!
Claudia