Kannst du einen Freund eigentlich als Bereicherung empfinden, weil er ähnliche Interessen oder Ziele im Leben hat wie du? Du gehst vielleicht für dein Leben gerne essen. Oder du machst gerne Sport. Du sitzt gerne im Café und schaust den Passanten zu. Wenn du nun einen Freund hast, der das auch gerne tut, ist er dadurch eine Bereicherung für dich?
Wie sieht es bei den Charaktereigenschaften deiner Freunde aus, wie Ehrlichkeit, Offenheit, Optimismus, Humor usw. Kannst du solche Charaktereigenschaften als bereichernd empfinden?
Gibt es irgendwelche Stärken, die einen Freund für dich zu einer Bereicherung machen? Vielleicht kann er/sie gut zuhören oder ist einfühlsam und aufmerksam.
Hast du schon einmal einen Freund als Bereicherung empfunden, weil er/sie das gleiche Problem hatte wie du?
Wie sieht es mit Werten, wie Liebe, Ehrlichkeit, Loyalität, Freundschaft, Freiheit, Erfolg aus? Bist du in der Lage, einen Freund als persönliche Bereicherung zu empfinden, wenn er/sie die gleichen Werte hat wie du?
Kannst du einen Freund als Bereicherung empfinden, weil er eine ähnliche Weltanschauung hat wie du und du mit ihm unverblümt über alles reden kannst?
Bist du in der Lage, einen Freund auch dann als wertvoll anzusehen, wenn er weder im Beruf noch im Sport oder sonst irgendwo besondere Leistungen erbringt?
Gibt es Menschen, die du für dich persönlich als wertvoll ansiehst, obwohl sie hinsichtlich ihres Status in der Gesellschaft nicht in der obersten Liga spielen?
Wenn du diese Fragen mit „ja“ beantworten konntest, dann bist du offensichtlich in der Lage, Menschen als Bereicherung zu empfinden, ohne dass sie dafür etwas Bestimmtes leisten oder darstellen müssen. Sie sind alleine schon deshalb eine Bereicherung für dich, weil sie so sind, wie sie sind.
Dies so sehen zu können, ist keine Selbstverständlichkeit. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, wo der Wert eines Menschen sehr häufig an seinen Leistungen gemessen wird. Diese Maßlatte haben wir quasi schon mit der Muttermilch aufgesogen. Wir bekamen Anerkennung für unsere ersten eigenen Schritte, unsere ersten Worte, wenn wir eine gute Schulnote mit nach Hause brachten, und so ging es das gesamte Leben lang weiter. Wann immer wir Anerkennung bekamen, gab uns dies das Gefühl, etwas wert zu sein. Und Anerkennung bekamen wir natürlich immer nur, wenn wir etwas geleistet haben.
Für die Interessen, Charaktereigenschaften, Werte, Anschauungen und Probleme deiner Freunde, die du als persönliche Bereicherung empfindest, gibst du ihnen vermutlich keine Anerkennung. Dafür bekommen sie Zuneigung von dir. Du magst sie, weil sie so sind, wie sie sind. Die meisten deiner Freunde werden jedoch dadurch vermutlich nicht auf die Idee kommen, dass sie das für dich wertvoll macht.
Sag deinen Freunden deshalb einfach einmal, warum du sie als persönliche Bereicherung empfindest, einfach alleine nur deshalb schon, weil sie so sind, wie sie sind. Du wirst dich wundern, was das bei ihnen und bei dir auslöst.
So seltsam sich das vielleicht jetzt anhören mag, aber wenn du in der Lage bist, den Wert eines Menschen unabhängig von seinen Leistungen zu sehen, dann ist das tatsächlich schon mal die halbe Miete, wenn es darum geht, meine neue Selfcoaching-Methode zu erlernen. Machen wir also weiter.
Was ist für dich persönlich wichtiger, wenn es um den Wert eines Freundes geht? Wie dieser Mensch ist oder was er in unserer Gesellschaft leistet und darstellt? Wie viel wichtiger ist es für dich?
Betrachte dich jetzt bitte einmal aus dem Blickwinkel deiner Freunde. Kannst du nachempfinden, dass du für sie ebenfalls eine große Bereicherung darstellst? Dass du für sie echt wichtig bist?!
Weißt du es nur vom Kopf her, oder hast du es auch im Gefühl, das du für Menschen, die zu dir passen, eine gigantische Bereicherung darstellst, alleine schon, weil du so bist, wie du eben bist, ohne dafür etwas Besonderes leisten oder darstellen zu müssen?
Aufgrund der Tatsache, dass in einem auf Leistung und Status ausgerichteten Selbstwertgefühl der Grund liegt, warum ca. 10 Prozent meiner Teilnehmer meine neue Methode nicht erlernen können, möchte ich dich bitten, bei den folgenden Fragen so ehrlich wie möglich zu dir selbst zu sein. Ich habe dieses Problem im Camp 2011 absolut unterschätzt. Ich möchte dich bitten, nicht den gleichen Fehler zu machen und bei den folgenden Fragen wirklich genau in dich hinein zu spüren.
Wie stark misst du deinen Eigenwert oder deinen Status in der Gesellschaft daran, wie gut du bereits mit deinem eigenen Glück umgehen oder anderen Menschen diesbezüglich weiterhelfen kannst?
Wäre es schlimm für dich, wenn andere das besser könnten wie du?
Was wäre, wenn du feststellst, dass Teilnehmer, die noch nie zuvor ein Seminar besucht haben, bereits nach einer Woche im Camp in Bezug auf ihr eigenes Lebensglück genauso weit sind wie du mit all dem Wissen und den Kompetenzen, die du dir möglicherweise im Laufe der letzten Jahre oder gar Jahrzehnte angeeignet hast? Wäre das schlimm, oder wäre das in Ordnung?
Bitte halte diese Fragen nicht für einen Witz oder gar für einen Marketinggag. Im Camp 2011 fühlten sich genau wegen dieser Vorkommnisse 10 Prozent der Teilnehmer so sehr in ihrem Selbstwertgefühl verletzt, dass das Camp für sie in der zweiten Woche richtig scheiße war. Ich fand das absolut nicht lustig. Am stärksten waren davon einige Therapeuten, Coaches, Lebensberater etc. betroffen, sowie Teilnehmer, die seit vielen Jahren privat intensiv an ihrem Glück arbeiteten und sich diesbezüglich sehr kompetent und damit anderen überlegen fühlten. Bei ihnen kamen starke Konkurrenzgefühle auf.
In Wirklichkeit stellt meine Methode jedoch für fast niemanden eine echte Konkurrenz dar, denn sie richtet sich ausschließlich an Menschen, die sich selbst helfen wollen. Im normalen Coaching, in der Therapie oder in einer Beratung funktioniert meine Methode nämlich gar nicht. Sie ist als reine Selfcoaching-Methode konzipiert. Damit sie funktioniert, müssen von meinen Teilnehmern eine ganze Reihe emotionaler Fähigkeiten und Kompetenzen erworben werden, was den Zeitaufwand eines 14-tägigen Seminars benötigt. Menschen, die einen Therapeuten, Coach oder Lebensberater etc. aufsuchen, gehen jedoch nicht dort hin, um sich selbst zu helfen. Sie wollen schnellstmögliche Hilfe von ihrem Trainer.
Mir liegt es sehr am Herzen, dass es im Camp 2012 wieder für alle richtig schön wird und nicht nur für 90 Prozent der Teilnehmer. Für mich sind es immer die schönsten zwei Wochen des gesamten Jahres. Wir hatten im Camp all die Jahre immer eine wahrhaft verzauberte, liebevolle Stimmung unter allen Teilnehmern. Jeder gönnte dem anderen sein Glück und freute sich mit ihm. Dass meine neue Methode aufgrund ihrer Effektivität hier bei unglaublichen 10 Prozent der Teilnehmer solche Probleme macht, hätte ich nie und nimmer geahnt.
Die meisten dieser Teilnehmer konnte ich im Seminar nicht mehr dazu motivieren, die angebotenen Übungen mitzumachen. Viele von ihnen nutzten die Übungszeit lieber zum Diskutieren, andere versuchten, die Methode erst einmal mit ihrem bereits erlernten Know-how zu verbessern, was leider jedes Mal dazu führte, dass sie dann nicht mehr richtig funktionierte, und manche blendeten einfach alles aus, was an der Methode neu war, sodass sie das Gefühl hatten, das alles schon zu wissen.
Ich versuchte diesen Teilnehmern zu helfen, indem ich das Thema „Bereicherung“ in der zweite Woche ins Seminarprogramm aufnahm. Die Abschlussübung bestand darin, allen, mit denen man sich im Camp bereits angefreundet hatte, zu sagen, warum man sie als persönliche Bereicherung empfindet. Für 90 Prozent der Teilnehmer war dies mit Abstand der schönste Camp-Tag von allen. Einige bezeichneten diesen Tag als den schönsten ihres bisherigen Lebens. Die betroffenen 10 Prozent konnten jedoch aufgrund ihrer Konkurrenzgefühle den Seminarinhalt nicht mehr annehmen. Das ist der Grund, warum ich diesen Eignungstest geschrieben habe, denn im Camp kann ich für die betroffenen Teilnehmer leider nicht mehr viel tun.
Glück ist für mich keine Wettkampfdisziplin - nach dem Motto, wer am glücklichsten stirbt, der hat gewonnen. Es hat keinen Sinn, nach dem Glück der anderen zu schielen und sich mit ihnen zu vergleichen. Beim Glück geht es einzig und alleine um jeden selbst.
Ich selbst bin auch nicht der glücklichste Mensch auf der Welt, und ehrlich gesagt will es auch gar nicht sein. Für mich wäre es viel schöner, wenn alle Menschen einfach für sich selbst glücklich sein wollten, ohne sich an dem Glück der anderen zu messen oder ihnen etwas beweisen zu wollen. Und wenn man mal scheiße drauf ist und keine Lust hat, etwas daran zu ändern, dann ist man eben mal scheiße drauf. Was soll’s?! Davon geht die Welt auch nicht unter. Auch nicht im Camp!
Unser Wert für andere Menschen hängt jedenfalls ganz sicher nicht davon ab, um auf unser Thema noch einmal zurück zu kommen. Denn ob die Menschen, die uns umgeben, uns als Bereicherung empfinden, ist hauptsächlich davon abhängig, wie gut diese Menschen zu uns passen. Solltest du das genauso empfinden, würde ich mich freuen, dich im Oktober-Camp 2012 begrüßen zu dürfen.
Falls du genauere Informationen darüber haben möchtest, wie meine neue Selfcoaching-Methode funktioniert, findest du unter folgendem Link eine ausführliche Beschreibung. Mehr zur neuen Selfcoaching-Methode>>
Ich wünsche dir alles Liebe
Bodo Deletz
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